Claude Debussy gelang mit seinem Prélude der Durchbruch als Komponist. Zu Recht, denn die Stimmung des erwachenden Fauns, der nachmittäglich langsam in die Realität kommt und Begierden entwickelt, aber auch noch seinen Träumen nachhängt, konnte er in den gerade mal einhundertzehn Takten Musik meisterhaft darstellen. Als 1923 Buda und Pest seit 50 Jahren zu einer Metropole vereinigt waren, erhielt Bartok den Auftrag, dazu ein Werk zu komponieren. Gerade er war dazu wie geschaffen, denn ihm war durch seine intensive Pflege der Volkslieder seiner Heimat (Bartok reiste mit dem Edison Phonograph durch das Land und nahm sie auf) sehr wohl bewusst, dass es in seiner multikulturellen Heimat viele verschiedene Musikeinflüsse gab. In Dani Howards „Coalescence“ geht es ihr dann um das Gegenüber von Mensch und Natur. Die verwendeten Kirchenglocken symbolisieren dabei die mahnende Stimme der Natur, pfleglich mit ihr umzugehen. Bevor Schostakowitschs Neunte uraufgeführt wurde, vermeldete die TASS bereits, es würde eine großartige Sinfonie, „unserem großen Sieg gewidmet“, sie sei eine „Hymne auf Stalin“, und gewiss erwartete man auch die Aufbietung von Solisten und eines großen Chores. Heraus kam eine Sinfonie mit schlankem Orchester, ohne Beiwerk, witzig, mit Anspielungen… Ein Schüler des Komponisten, Rudolf Barschai, sagte dann später: „Stalin war verspottet, zum Glück hat er das nicht verstanden“.